Factoring

Die Bedeutung von „Factoring“ leitet sich vom lateinischen Wortfactura“ für „Rechnung“ ab. Factoring wird oft auch als Rechnungsfinanzierung oder Forderungsfinanzierung bezeichnet und ist eine Finanzierungsoption, die besonders bei kleinen und mittelständischen Unternehmen Anklang findet. Unternehmen verkaufen dabei ihre ausstehenden Rechnungsbeträge an ein Factoring-Unternehmen, den sogenannten Factor.

Wie funktioniert Factoring?

Die Funktionsweise von Factoring, erklärt am Beispiel aifinyo

  1. Erbringung Ihrer Leistung: Nachdem Sie Ihre Leistung vollständig erbracht haben, erstellen und versenden Sie die Rechnung wie gewohnt an Ihren Auftraggeber.
  2. Einreichung der Rechnung: Parallel dazu reichen Sie die Rechnung bei aifinyo ein.
  3. Schnelle Auszahlung: aifinyo überweist Ihnen am nächsten Werktag den Rechnungsbetrag abzüglich einer Gebühr.
  4. Begleichung durch den Auftraggeber: Ihr Auftraggeber zahlt die offene Forderung innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels direkt an aifinyo.

Ziele des Factorings

Factoring hat das Ziel, die Liquidität eines Unternehmens schnell zu steigern. Ein Großteil des offenen Rechnungsbeitrags wird in der Regel sofort vom Factoring-Anbieter überwiesen, was Liquiditätsengpässe einfach und schnell überwindet. Und das, ohne auf die ausbleibende Zahlung des Kunden angewiesen zu sein. Neben der Vorfinanzierung des offenen Rechnungsbetrags übernimmt der Factor auch das Mahnwesen und den Ausfallschutz und hilft dem Unternehmen so dabei, seine Finanzen besser zu planen, das Risiko von Zahlungsausfällen zu mindern sowie Cashflow und Liquidität für nachhaltiges Wachstum zu sichern. 

Factoring Arten

Echtes Factoring:

 

Beim echten Factoring (Non-Recourse Factoring) übernimmt der Factor das volle Risiko des Forderungsausfalls (Delkredererisiko). Sollte der Kunde nicht zahlen, bleibt der Factor auf dem Schaden sitzen und das Unternehmen ist finanziell abgesichert. 

 

Fiktives Beispiel für Echtes Factoring (Non-Recourse Factoring)

 

Ein Unternehmen, das Maschinen herstellt, liefert eine Maschine im Wert von 100.000 Euro an einen Kunden. Das Unternehmen möchte das Risiko eines Zahlungsausfalls minimieren und entscheidet sich daher für echtes Factoring.

 

  1. Rechnungserstellung und -einreichung: Nach der Lieferung stellt das Unternehmen dem Kunden eine Rechnung über 100.000 Euro aus und reicht diese gleichzeitig bei einem Factor (z.B. aifinyo) ein.
  2. Schnelle Auszahlung: Der Factor überprüft die Rechnung und zahlt dem Maschinenhersteller innerhalb eines Werktages 95.000 Euro aus, wobei 5.000 Euro als Gebühr für die Factoring-Dienstleistung einbehalten werden.*
  3. Risikoübernahme durch den Factor: Der Kunde hat ein Zahlungsziel von 60 Tagen. Sollte der Kunde aus irgendeinem Grund nicht zahlen, übernimmt der Factor das volle Risiko und trägt den finanziellen Verlust. Das Maschinenbauunternehmen erhält somit trotzdem sein Geld und ist vor dem Zahlungsausfall geschützt.

 

* Hinweis: Die eingereichte Forderung wird nach positiver Prüfung am nächsten Werktag mit xx % vom Brutto-Betrag ausbezahlt, abzüglich Factoringgebühr. Nach Zahlungseingang des Debitors wird der Restbetrag von xx% (Sperrbetrag) frei und wird unter Abzug der Zinsgebühr an den Kunden ausbezahlt.

 

Unechtes Factoring:

 

Hier verbleibt das Ausfallrisiko beim Unternehmen. Der Factor übernimmt zwar das Inkasso und die Vorfinanzierung, jedoch muss das Unternehmen im Falle eines Zahlungsausfalls den Betrag zurückerstatten.

 

Fiktives Beispiel für Unechtes Factoring:

 

Die ABC GmbH verkauft eine Forderung von 100.000 Euro an die XYZ Factor AG. Die Factor AG zahlt 95.000 Euro vorab an die ABC GmbH und behält 5.000 Euro als Gebühr. Wenn der Kunde der ABC GmbH die Rechnung nicht begleicht, muss die ABC GmbH den vorfinanzierten Betrag von 95.000 Euro an die XYZ Factor AG zurückzahlen. Das Ausfallrisiko bleibt somit bei der ABC GmbH.

Offenes Factoring:

 

Ein Unternehmen verkauft seine Forderungen an einen Factor und die Kunden werden darüber informiert, dass sie ihre Zahlungen direkt an den Factor leisten sollen.

Fiktives Beispiel für Offenes Factoring:

 

Ein Software-Unternehmen verkauft Lizenzen im Wert von 50.000 Euro an verschiedene Kunden. Um schnell an Liquidität zu gelangen und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, entscheidet es sich für offenes Factoring.

  1. Rechnungserstellung und -einreichung: Das Software-Unternehmen erstellt Rechnungen über 50.000 Euro und übergibt diese an einen Factor, zum Beispiel aifinyo. Die Kunden werden dabei darüber informiert, dass ihre Zahlungen direkt an aifinyo gehen sollen.
  2. Schnelle Auszahlung: aifinyo prüft die Rechnungen und zahlt dem Software-Unternehmen innerhalb eines Werktages 47.500 Euro aus, wobei 2.500 Euro als Gebühr einbehalten werden.
  3. Offenlegung an den Kunden: Die Kunden wissen nun, dass ihre Forderungen an aifinyo abgetreten wurden und zahlen direkt an diese. Somit ist das Software-Unternehmen nicht mehr in den Zahlungsprozess involviert und muss sich nicht um das Inkasso kümmern.

Stilles Factoring:

 

Ein Unternehmen verkauft seine Forderungen an einen Factor, ohne dass die Kunden darüber informiert werden, da sie ihre Zahlungen weiterhin an das Unternehmen leisten.

 

Fiktives Beispiel für Stilles Factoring:

 

Ein Textilunternehmen, das Kleidung im Wert von 30.000 Euro an verschiedene Einzelhändler liefert, möchte seine Liquidität verbessern, ohne seine Kunden über den Forderungsverkauf zu informieren. Das Unternehmen entscheidet sich für stilles Factoring.

 

  1. Rechnungserstellung und -einreichung: Nach der Lieferung erstellt das Textilunternehmen Rechnungen über insgesamt 30.000 Euro an die Einzelhändler und reicht diese gleichzeitig bei einem Factor, der DEF Factoring GmbH, ein.
  2. Schnelle Auszahlung: Die DEF Factoring GmbH prüft die eingereichten Rechnungen und zahlt dem Textilunternehmen innerhalb eines Werktages 28.500 Euro aus, wobei 1.500 Euro als Gebühr für die Factoring-Dienstleistung einbehalten werden.
  3. Zahlung durch die Kunden: Die Einzelhändler überweisen ihre Rechnungsbeträge von insgesamt 30.000 Euro direkt an das Textilunternehmen, ohne zu wissen, dass die Forderungen bereits an die DEF Factoring GmbH verkauft wurden. Das Textilunternehmen leitet die Zahlungen anschließend an den Factor weiter, ohne dass die Kunden von der Factoring-Vereinbarung erfahren.

Full Service Factoring:

 

Full-Service-Factoring ist eine umfassende Finanzdienstleistung, bei der der Factor neben der Finanzierung auch das Debitorenmanagement, das Inkasso und den Schutz vor Zahlungsausfällen übernimmt.

 

Fiktives Beispiel für Full Service Factoring:

 

Ein Elektronikunternehmen, das Waren im Wert von 200.000 Euro an verschiedene Händler verkauft, möchte seine Liquidität verbessern und gleichzeitig das Debitorenmanagement sowie das Ausfallrisiko an einen Factor abgeben. Es entscheidet sich für Full-Service-Factoring.

 

  1. Rechnungserstellung und -einreichung: Nach dem Verkauf erstellt das Elektronikunternehmen Rechnungen über 200.000 Euro und reicht diese bei einem Factor wie aifinyo ein. Die Händler werden darüber informiert, dass sie ihre Zahlungen direkt an aifinyo leisten sollen.
  2. Schnelle Auszahlung: aifinyo prüft die Rechnungen und zahlt dem Elektronikunternehmen innerhalb eines Werktages 190.000 Euro aus, wobei 10.000 Euro als Gebühr für die Factoring-Dienstleistungen einbehalten werden.
  3. Debitorenmanagement: aifinyo übernimmt das gesamte Debitorenmanagement, inklusive des Mahnwesens und Inkassos. Dies entlastet das Elektronikunternehmen und reduziert den administrativen Aufwand.
  4. Risikoübernahme: Sollte einer der Händler innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist von 60 Tagen nicht zahlen, übernimmt aifinyo das volle Risiko des Zahlungsausfalls. Das Elektronikunternehmen bleibt finanziell abgesichert und muss sich nicht um die Eintreibung der Schulden kümmern.

 

Inhouse Factoring:

 

Das Unternehmen verkauft seine Forderungen zwar an einen Factor, jedoch verbleibt das Debitorenmanagement und Inkasso im eigenen Unternehmen.

Weitere Factoring Arten:

 

1. Einzelfactoring: Ein Unternehmen verkauft einzelne Forderungen an einen Factor, um sofort Liquidität zu erhalten, anstatt auf die Zahlung des Kunden zu warten.

2. E-Factoring: Ermöglicht die elektronische Abwicklung des Forderungsverkaufs, bei der Forderungen digital an den Factor übertragen und verarbeitet werden.

3. Ausschnittsfactoring: Ein Unternehmen verkauft nur einen bestimmten Teil seiner Forderungen an den Factor, während es die restlichen Forderungen selbst verwaltet.

4. Fälligkeitsfactoring: Der Factor zieht die Forderungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit ein, leistet aber keine Vorfinanzierung.

5. B2B Factoring: Finanzierung von Forderungen zwischen Geschäftskunden (Business-to-Business), wobei Unternehmen ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an andere Unternehmen verkaufen.

Forderungen verkaufen mit aifinyo Factoring

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Wie hoch sind Factoring-Kosten?

Die Kosten für eine Rechnungsfinanzierung setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Wir verdeutlichen die Factoring-Gebühren anhand des Beispiels Factoring mit aifinyo.

 

  • Die Factoring-Gebühr wird auf den Bruttobetrag der Rechnung angewendet und bei der Auszahlung einbehalten. Diese Gebühr deckt die Kosten für Finanzierung, Ausfallschutz und das Mahnwesen ab. Die Zinsgebühr wird auf den ausgezahlten Betrag und die entsprechende Laufzeit berechnet. Zinsen werden für die Forderungsbevorschussung erhoben und orientieren sich am Drei-Monats-EURIBOR, wobei die Kreditwürdigkeit des Kunden und die Forderungsqualität den Zinssatz beeinflussen.

 

  • Für die Übernahme des Ausfallschutzes der Forderungen schließt der Factor eine Warenkreditversicherung ab. Die Versicherungsprämie wird an den Factoringkunden weitergegeben.

 

  • Für jeden eingereichten Beleg (z.B. Rechnungen, Gutschriften, Stornierungen) fällt eine separate Beleggebühr an. Das Versicherungslimit wird für jeden Ihrer Kunden einmalig pro Kalenderjahr festgelegt.

 

  • Während der Vertragslaufzeit wird eine monatliche Gebühr für die Bereitstellung Ihrer Finanzierungslinie erhoben.

 

  • Optional: Für die Erstellung von Rechnungen aus Leistungsnachweisen (z.B. für Pflegekräfte) kann eine zusätzliche Gebühr anfallen.

Welche Voraussetzungen gibt es für Factoring?

Es ist nicht unüblich, dass Factoring-Anbieter bestimmte Eigenschaften ihrer Kunden voraussetzen. Das können etwa diese sein:

 

  • Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Deutschland.
  • Der Unternehmer ist gewerblich tätig und verfügt über eine bestimmte Umsatzhistorie.
  • Die Forderungen werden an gewerbliche Kunden (B2B) oder öffentliche Auftraggeber gestellt.
  • Die Leistung wurde vollständig erbracht (Dienstleistung oder Warenlieferung).

Ausschlusskriterien für Factoring

Manche Branchen oder Leistungen werden vom Factoring ausgeschlossen, weil sie hohe Risiken, wie schwer prüfbare Bonität oder unregelmäßige Umsätze, sowie komplexe oder intransparente Forderungen aufweisen. Zudem erschweren spezifische gesetzliche Vorschriften und hohe Verwaltungskosten in bestimmten Sektoren den Einsatz von Factoring.

 

  • Forderungen an Privatpersonen (B2C)
  • Internationale Forderungen
  • Forderungslaufzeiten über 60 Tage
  • Forderungen aus Lizenzgeschäft (z.B. Wartungs-, Servicevertrag, etc.)
  • Vorschüssige Abrechnung auf noch nicht erbrachte Leistungen
  • Intercompany Forderungen
  • Abschlagsrechnungen
  • Gutachter
  • Promotion
  • Gastronomie
  • Bau und Handwerk
  • Erneuerbare Energie
  • Handel mit verderblicher Ware (z.B. Fleischhandel)
  • Provisionsgeschäfte (z.B. Immobilien-, Versicherungsmakler)

Was ist der Unterschied zwischen Factoring und Inkasso?

Ein Inkasso-Service wird in Anspruch genommen, wenn die Rechnung fällig ist (Zahlungsziel überschritten). Die Vorfinanzierung mittels Factoring kann sofort nachdem die Rechnung geschrieben wurde, beginnen. Aus der Rechnungsfinanzierung entsteht ein Inkasso-Fall, wenn der Debitor nicht bezahlt.

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