Factoring im Unternehmensalltag

 > Ratgeber  > Factoring im Unternehmensalltag

Wer sich selbstständig macht, eine Firma gründet oder freiberuflich arbeitet, hat alsbald einige Hürden zu nehmen: Die Zahlungsmoral einiger Kunden ist nicht so, wie es wünschenswert wäre. Zu häufig wird spät, zu spät oder gar nicht gezahlt. Factoring, auch Rechnungsfinanzierung, hat sich als wertvolles Instrument im Unternehmensalltag erwiesen, um mit solchen Problemen gekonnt umzugehen. Hierfür möchten wir Ihnen eine kurze Geschichte über David und sein kleines Unternehmen erzählen.

Aber zuerst: Factoring – Was ist das eigentlich?

Factoring ist vielerorts noch immer ein unbekannter Begriff. In manchen Firmen kennen die Verantwortlichen zwar den Ausdruck, doch ist er hier von falschen Mythen und Legenden umgeben. Deshalb sei vor unserer kleinen Geschichte aus dem Unternehmensalltag eine kurze Definition gegeben:

Factoring ist eine Form der Rechnungsfinanzierung. Sie verkaufen Ihre Forderung an einen Dritten. Auf diese Weise können Sie die Rechnung vorfinanzieren und müssen nicht auf die Einhaltung des Zahlungsziels hoffen. Denn der Factoringanbieter zahlt innerhalb kürzester Zeit gegen eine geringe Gebühr den offenen Rechnungsbetrag.

Das Konzept hat diverse Vorteile:

  • wirtschaftliche Sicherheit
  • schnelle Zahlungen (in der Regel innerhalb weniger Werktage)
  • Flexibilität – Sie müssen nicht jede Rechnung ins Factoring geben
  • Mahnwesen ist fortan Aufgabe des Käufers (Auslagerung des Debitorenmanagements)
  • Auswahl zwischen still (Kunde erfährt nichts vom Verkauf) und offen (Kunde erhält Nachricht über den Verkauf der Forderung)

Die Rechnungsfinanzierung als Rettung – Davids Geschichte

David arbeitete seit seinem Studium neben- und freiberuflich im kreativen Bereich. Ursprünglich bestand keine Notwendigkeit, eine Rechnung vorfinanzieren zu lassen. Die Einkünfte dienten ausschließlich dazu, die Lebensqualität neben der akademischen Laufbahn zu verbessern. Aufträge wurden über Agenturen vermittelt, die sich auch um die Bezahlung kümmerten.

Doch im Laufe der Zeit änderten sich die Dinge: Davids Erfolg wuchs. Die Einkünfte stiegen. Er wurde immer unzufriedener mit dem Anteil, den er an die Agenturen zahlen musste. Zudem traten Kunden aus dem In- und Ausland direkt an ihn heran, um seine Dienste zu erbitten. Aus dem Neben- wurde ein Vollzeitjob.

Und hier begannen die Probleme: Verschiedene Kunden zahlten sehr spät – nach sechs bis acht Wochen. Oft ging es um ein Viertel bis die Hälfte von Davids monatlichen Einnahmen. Für ihn als Freiberufler war dies höchst problematisch, da er zum Überleben auf pünktliche Zahlungen angewiesen war.

Die ersten Rechnungsfinanzierungen sorgten für Wachstum

David informierte sich deshalb über das sogenannte Factoring und lernte, dass es zwei Arten gibt, um eine Rechnung vorfinanzieren zu lassen: echt und unecht. Die erste Variante haben wir oben beschrieben. Die unechte Variante ist im Prinzip ein Kredit: Der Kunde zahlt an David, der das Geld zum Termin des Zahlungsziels an den Partner weiterüberweisen muss. Dies wollte er auf keinen Fall, weshalb sich David für die echte Rechnungsfinanzierung entschied. Die bisherigen Probleme könnten schließlich in leicht veränderter Form beim unechten Factoring wieder auftreten.

Eine weitere Sorge hatte er allerdings ebenfalls: David fürchtete, Kunden zu verärgern, wenn er die Rechnungen verkaufen würde. Diese Bedenken zerstreute der ausgesuchte Partner. Das Unternehmen behandele alle Schuldner stets respektvoll und zuvorkommend. Es sei schließlich im eigenen Interesse, dass die Kunden David treu blieben, damit dieser weiterhin Rechnungen verkaufen könne.

Zuletzt äußerte David den Wunsch, nicht jede Rechnung vorfinanzieren zu müssen. Er wollte weiterhin in einem geringeren Ausmaß für die Agenturen tätig sein, da er über diese mit einigen treuen Kunden weiter zusammenarbeiten könnte. Auch dies war kein Problem – der Vertrag wurde flexibel ausgestattet, sodass David entscheiden kann, welche Rechnungen verkauft werden.

Steigender Bedarf: David gründet ein Unternehmen

Mit wachsendem Erfolg wuchs für David der Zwang, ein Unternehmen zu gründen. Dabei ging es um Urheberrechtsfragen und Anschaffungen für die alltägliche Arbeit. Seinerseits musste er zudem mehr Dienstleister wie Steuerberater, Rechtsanwälte, Reinigungskräfte und einen Telefondienst beschäftigen. Der Bedarf an planbaren Einnahmen wurde deshalb immer größer, weshalb David weitere Rechnungen ins Factoring geben musste, um sein junges Unternehmen über Wasser zu halten. Dies funktionierte durch die zuverlässigen und schnellen Zahlungen des Partners.