Cash Pooling: Liquidität bündeln und davon profitieren – aber wie?

04. April 2022

Liquidität

Inhaltsübersicht

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      Von Cash Pooling profitieren vor allem Konzerne mit Tochtergesellschaften. Sie führen ihre Bankkonten zusammen und können so ihre Liquidität erhöhen. Warum Cash Pooling gut durchdacht sein muss und wie Sie es in Ihrem Unternehmen etablieren können, lesen Sie hier.

      Cash Pooling – Definition und Beispiel

      Comicliebhaber kennen ihn: Dagobert Duck, der in einem Speicher voller Geld badet. Ungefähr so kann man sich Cash Pooling vorstellen; mit dem kleinen Unterschied, dass im Speicher nicht nur Dagoberts Geld liegt, sondern auch das von Tick, Trick und Track sowie Donald Duck – sie teilen. Cash Pooling – zusammengesetzt aus den englischen Wörtern „Cash“ wie Bargeld und „Pool“ wie „Becken“ – bedeutet nämlich das Zusammenlegen von Geldern. Relevant ist das vor allem für Konzerne mit Tochtergesellschaften. Aber warum?

       

      Nehmen wir ein einfaches Beispiel:

       

      Kurz gesagt: Es gibt im Unternehmen nur noch ein gemeinschaftliches Konto. Die Liquidität wurde gebündelt. Das ist Cash Pooling – ein konzernübergreifender Liquiditätsausgleich.

      Echtes oder unechtes Cash Pooling – was ist was?

      Cash Pooling lässt sich auf zwei verschiedene Arten durchführen. Man unterscheidet echtes von unechtem Cash Pooling.

       

      Echtes Cash Pooling:

      Gelder werden tatsächlich und physisch zwischen Tochtergesellschaften und Masterkonto transferiert. Auf dem Masterkonto wird also ein einheitlicher Saldo für den gesamten Konzern gebildet. Das echte Cash Pooling ist juristisch komplex und sollte maßgeschneidert zum Unternehmen passen. Ziel ist die Optimierung der Zinsen.

       

      Unechtes Cash Pooling:

      Beim unechten Cash Pooling kommt es zu keinem echten Liquiditätstransfer zwischen den Konzerngesellschaften. Die verschiedenen Salden der Gesellschaften werden nur fiktiv auf ein Konto übertragen und verrechnet – die Konten der beteiligten Tochtergesellschaften bleiben tatsächlich unverändert. Am Monatsende erfolgt aber eine effektive Berechnung und Übertragung der Zinsen auf die Konten. Ein Vorteil dieser Variante: Es werden Transaktionskosten wie Bankgebühren gespart. Außerdem lassen sich so Zinsnachteile vermeiden, die daraus entstehen können, wenn die Konten einiger Tochtergesellschaften im Minus geführt werden und deshalb mit hohen Sollzinsen belegt sind, während andere Konzernkonten schlecht oder gar nicht verzinste Guthabensalden haben.

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      Cash Pooling – Vor- und Nachteile im Überblick

      Cash Pooling hat sowohl positive als auch negative Seiten – Unternehmer sollten beide kennen, um kompetent entscheiden zu können, ob Cash Pooling für sie geeignet ist. Wir haben die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst.

       

       

      Vorteile von Cash Pooling:

       

       

       

       

      Nachteile von Cash Pooling:

      Die Tochterunternehmen werden abhängig vom Masterkonto, sie verlieren also einen beträchtlichen Teil ihrer Eigenständigkeit.

       

      Geht eine Tochtergesellschaft in die Insolvenz, kann sie weitere Gesellschaften mitreißen, die ihr über das Masterkonto eventuell sehr viel Geld geliehen haben. GmbHs und AGs mit Haftungsbeschränkung sind dann schnell bedroht. Um das zu vermeiden, müssen die Verträge ausgewogen sein, sodass keine Partei zu stark belastet ist.

       

      Das Liquiditätsmanagement der einzelnen Gesellschaften kann leiden, wenn Cash Pooling nicht ausreichend gemonitort wird. Hier helfen clever eingesetzte Tools und Frühwarnsysteme, die diese Aufgaben übernehmen.

      Tipp:

      Spielen Sie mit dem Gedanken Cash Pooling für Ihr Unternehmen einzuführen? Dann ist es empfehlenswert, sich vorab rechtlich beraten zu lassen. So erhalten Sie einen Überblick über die möglichen haftungsrechtlichen und steuerrechtlichen Risiken, können Verträge sorgfältig sowie durchdacht aufsetzen und abwägen, ob Aufwand sowie Nutzen in einem guten Verhältnis stehen.

      Cash Pooling – welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

      Cash Pooling funktioniert nur, wenn:

      Cash Pooling und Steuer – was muss man beachten?

      Grundsätzlich gilt: Auch wenn Cash Pooling einen zusammenführenden Charakter hat, wird jede einzelne Gesellschaft steuerlich als eigenständiges Objekt behandelt. Die Besteuerung erfolgt wie unter unternehmensfremden Dritten. Der Zinsertrag, den eine der Konzerngesellschaften durch die Gewährung eines Darlehens an die Holding erzielt, unterliegt der vollen Körperschaft- und Gewerbesteuerbelastung. Zinsaufwendungen, die Konzerngesellschaften an die Holding für ein Darlehen zahlen müssen, sind als Betriebsausgaben abzugsfähig.

       

      Um wirtschaftliche Vorteile durch das Cash Pooling tatsächlich ausreizen zu können, ist es empfehlenswert, einen spezialisierten Berater hinzuzuziehen – die Fragestellungen sind ohne professionelle Hilfe in der Regel zu komplex.

      Fazit – Cash Pooling ist auf dem Vormarsch

      Cash Pooling nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Ein Grund dafür ist, dass eine konzernübergreifende finanzielle Steuerung das im Konzern gebundene Kapital vermindert. Das Unternehmen steigert seine Liquidität und Profitabilität. Wichtig ist es allerdings, Cash Pooling wohl überlegt und gut durchdacht einzusetzen. Unerlässlich ist es, die mit Cash Pooling verbundenen Kosten mit dem Nutzen daraus zu vergleichen. Empfehlenswert ist es, sich vorab ausführlich steuerlich und rechtlich beraten zu lassen.