Cash Conversion Cycle einfach erklärt

11. März 2022

Liquidität

Inhaltsübersicht

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      Wann begleichen Kunden offene Forderungen? Und wann überweisen Sie selbst als Unternehmer Ihre Verbindlichkeiten? Das sind Fragen, die beim Cash Conversion Cycle eine zentrale Rolle spielen. Warum das wichtig ist und wie die Kennzahl Ihr Unternehmen voranbringt, haben wir hier zusammengefasst.

      Was ist der Cash Conversion Cycle?

      Der Cash Conversion Cycle (CCC) beschreibt die sogenannte Geldumschlagsdauer. Häufig wird auch der Begriff Kapitaleffizienz dafür benutzt. Die Kennzahl zeigt an, wie effizient ein Unternehmen mit seinem Geld umgeht. Konkret beschreibt sie die Dauer, bis eine Investition durch Verkäufe wieder in freie Liquidität umgewandelt wird. Im besten Fall geschieht das schnell. Ziel eines Unternehmens sollte es immer sein, dass flüssige Mittel schnell wiederzufließen.

      Cash Conversion Cycle in der Praxis:

      Ein Unternehmen bezahlt üblicherweise eine Eingangsrechnung für den Einkauf von Rohstoffen oder einer Dienstleistung nicht sofort. Es muss seinerseits aber in der Regel auch auf das Geld der eigenen Kunden warten, die häufig ihre Rechnungen erst mit einem längeren Zahlungsziel begleichen müssen. Der Cash Conversion Cycle (CCC) zeigt an, wie viele Tage das Unternehmen braucht, bis das ausgegebene Kapital für Rohstoffe oder Dienstleistungen durch die Begleichung der Rechnungen von den eigenen Kunden wieder in liquide Mittel umgewandelt wird.

       

      Zur Berechnung des Cash Conversion Cycles benötigen wir drei Variablen:

       

      1. Lagerdauer

      Die Lagerdauer gibt die Zeit an, in der der Rohstoff- oder Warenbestand gelagert wird. Gemeint ist die Zeitspanne vom Tag des Einlagerns bis zum Verkauf oder Versand.

       

      1. Debitorenlaufzeit

      Diese Kennzahl gibt die Anzahl der Tage an, die zwischen dem Abschluss des Verkaufs und dem Eingang der Zahlung vergehen. Man könnte auch sagen, sie stellt ein Stück weit die Zahlungsmoral der Kunden dar.

       

      1. Kreditorenlaufzeit

      Die Kreditorenlaufzeit beschreibt die Anzahl der Tage zwischen dem Kauf von Produkten oder Dienstleistungen und der tatsächlichen Bezahlung. Mit dieser Kennzahl erfahren wir also, wie schnell unser Unternehmen seine Lieferanten bezahlt.

      Cash Conversion Cycle – einfaches Beispiel plus Rechnung

      Nehmen wir als Beispiel eine Buchhandlung. Die Firma kauft Bücher auf der Buchmesse ein. Zwei Wochen vergehen, bis sie online verkauft werden. Die Rechnung für die Bücher bezahlt der Buchladen vier Wochen nach Warenübernahme auf der Messe. Nachdem der Endkunde ein Buch auf Rechnung gekauft hat, vergehen drei Wochen, bis er es bezahlen muss.

       

      Der Cash Conversion Cycle berechnet sich folgendermaßen:

       

      3 Wochen Debitorenlaufzeit + 2 Wochen Lagerdauer – 4 Wochen Kreditorenlaufzeit

      = 1 Woche Cash Conversion Cycle

       

      Der Cash Conversion Cycle des Buchladens ist nicht zu lang – die Firma macht hier einiges richtig! Denn es gilt: Je kürzer der CCC, desto effektiver ist der Umgang mit Liquidität. Ist der Cash Conversion Cycle sogar negativ, kann das Unternehmen theoretisch ohne Zwischenfinanzierung funktionieren. Das heißt, es müsste seine Vorräte nicht vorfinanzieren, sondern kann theoretisch sogar die von den Kunden überwiesenen Gelder verzinst anlegen, bevor daraus die Lieferanten bezahlt werden.

       

      Grundsätzlich lässt sich festhalten: Die Debitorenlaufzeit sollte immer kürzer sein als die Kreditorenlaufzeit.

      Tipps für die Berechnung des Cash Conversion Cycle

      Die Daten, die man zur Berechnung des Cash Conversion Cycle benötigt, finden sich in jeder aktuellen und gut geführten Buchhaltung wieder. Nur die Angaben für Vorräte und Lagerwaren sind häufig nicht oder nur teilweise unmittelbar aus der Buchhaltung abzuleiten. Im Idealfall sollte eine Inventur durchgeführt werden – was für kleinere Unternehmen aber häufig ein sehr großer Aufwand ist. Deshalb werden stattdessen oft Durchschnittswerte genommen.

      Warum sollte man den Cash Conversion Cycle kennen?

      Der Cash Conversion Cycle bzw. die Geldumschlagsdauer ist eine bedeutende Kennzahl für jedes Unternehmen, da sie Aufschluss über die Liquidität gibt. Sie erleichtert die strategische Planung und sorgt für eine größere Kontrolle des Bestands.

      Wer eine zu lange Geldumschlagsdauer hat, hält zu wenige liquide Mittel im Unternehmen. Wer das weiß, kann daran arbeiten, den Cash Conversion Cycle zu verbessern – zum Beispiel, indem man Einkaufs-, Produktions-, Lager- und Verkaufsprozesse regelmäßig analysiert sowie kontinuierlich hinterfragt und optimiert. Vielleicht lässt sich die Lagerzeit von Produkten verringern? Oder das lange Zahlungsziel der Kunden?

      Der angenehme Nebeneffekt aus einem besseren Cash Conversion Cycle: Es verbessern sich automatisch andere Kennzahlen wie Working Capital, Cashflow oder Schuldentilgungsdauer.

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