Businessplan: Wie erstellt man einen überzeugenden Geschäftsplan

02. Mai 2022

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Inhaltsübersicht

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      Wer ein Unternehmen gründen möchte, sollte vor allem eines haben: einen Businessplan. Warum man viel Zeit und Detailliebe hineinstecken sollte und wofür man das Dokument eigentlich braucht, erklären wir Ihnen hier.

      Was ist ein Businessplan?

      Der Businessplan ist ein schriftliches Dokument, das man in der Regel benötigt, wenn man ein Unternehmen gründen oder ein bestehendes Geschäft ausweiten möchte. Mit dem Businessplan gewährt der Unternehmer eine Art Allround-Blick auf sein Geschäftskonzept und dessen Erfolgschancen. Wichtig ist, dass das Dokument die Idee sowie die strategischen und wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens ausführlich darlegt und auch über die finanzielle Situation des Unternehmers und dessen Qualifikation aufklärt. Für das Erstellen eines Businessplans existieren keine Standards. Das macht es vielen Gründern schwer, die richtigen Informationen zusammenzustellen. Wir haben hier die wichtigsten Eckpunkte für einen aussagekräftigen Businessplan für Sie zusammengefasst.

      Warum ist ein Businessplan wichtig?

      Ein Businessplan – auch Geschäftsplan genannt – hilft Unternehmern, ihre Gedanken sowie Vision zu ordnen und die Geschäftsidee klar zu formulieren. Bei der Erstellung des Businessplans zeigt sich in der Regel schnell, ob sich aus einer Vision ein handfestes und tragfähiges Geschäftskonzept entwickeln lässt. Ein Businessplan ist also eine ideale Orientierungshilfe, mit der schnell deutlich wird, wie realistisch das eigene Vorhaben ist.

       

      Darüber hinaus ist der Businessplan eine Art Verkaufsinstrument, das Unternehmen benötigen, um Geldgeber für sich zu gewinnen. In der Regel sind gerade Startups und Jungunternehmer auf Bankdarlehen oder Investoren angewiesen, um ihre Geschäftsidee umzusetzen – und die müssen überzeugt werden. Möglich macht das ein gut durchdachter und schlüssiger Businessplan. In diesem Fall fungiert er wie eine Bewerbung.

      Kurz zusammengefasst:

       

      Wofür braucht man einen Businessplan?

      • Beantragung von Gründungszuschüssen
      • Beantragung von Bankkrediten
      • für Gespräche mit Investoren, Geschäfts- und Kooperationspartner
      • für Businessplanwettbewerbe
      • für die Ordnung der Ideen und den eigenen Überblick über Erfolgschancen und Herausforderungen

      Erste Schritte auf dem Weg zum Businessplan

      Es gibt selten Unternehmer, die sich auf das Erstellen eines Businessplans freuen. Das liegt vor allem daran, dass die Ausgestaltung des Plans offen ist und es keine verbindlichen Vorgaben gibt. Vielen fällt es schwer, einen eigenen roten Faden zu finden und keine wichtigen Aspekte außen vor zu lassen.

       

      Wir haben für Sie die wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einem aussagekräftigen Businessplan zusammengefasst:

       

      1. Brainstorming

      Bevor Sie einfach drauflos schreiben, ist es sinnvoller, die eigenen Gedanken zu ordnen. Versuchen Sie, Ihre Geschäftsidee im Kopf klar und deutlich zu formulieren und für sich zu klären, was Sie für die Realisierung benötigen.

       

      Folgende Fragen helfen Ihnen bei Ihrem Kurz-Check:

      • Was ist die Geschäftsidee und wie hebt sie sich von anderen ab?
      • Gibt es Konkurrenz? Wie groß ist sie? Wie erfolgreich ist sie?
      • Welche Kunden/Zielgruppen sprechen Sie an? Und warum?
      • Wie möchten Sie Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung vertreiben?
      • Welche Preise müssen Sie verlangen, um Gewinn zu erzielen?
      • Welche Rechtsform kommt für Ihr Unternehmen in Frage?

       

      1. Ergebnisse ausformulieren und zu Papier bringen

      Schreiben Sie sich alle Antworten auf die oben genannten Fragen in Stichworten auf. Achten Sie darauf, keinen Roman zu verfassen, sondern sich kurz und knackig zu halten. So behalten Sie den Überblick und verheddern sich nicht in unnötigen Details.

       

      1. Besonderen Fokus auf die Finanzen legen

      Die Finanzierung Ihrer Unternehmung hat einen hohen Stellenwert in Ihrem Businessplan. Immerhin benötigen die meisten Startups Fremdkapital – mögliche Geldgeber müssen also überzeugt werden.

       

      Beantworten Sie sich selbst folgende Fragen und schreiben Sie die Antworten auf:

      • Wie hoch werden die Produktionskosten ausfallen und welchen Preis können Sie für Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung verlangen?
      • Welche Gründungskosten und Investitionen werden auf Sie zukommen?
      • Wie hoch ist Ihr Eigenkapital?
      • Woher soll Ihr Fremdkapital kommen? Beispielsweise aus einem Bankdarlehen und/oder über einen Privatkredit von Freunden oder Familie?
      • Wie hoch muss der Gewinn sein, damit sie Ihre Lebenshaltungskosten bestreiten können?

       

      1. Businessplan erstellen

      Nun kann es losgehen: Nutzen Sie Ihre Aufzeichnungen aus dem Brainstorming und formulieren Sie Ihr Geschäftsmodell aus. Denken Sie dabei immer daran, dass es sich um ein formelles Dokument handelt – achten Sie also auf einen entsprechenden Sprachstil, werden Sie aber nicht zu fachlich. Faustregel: Der 16-jährige Teenager muss Sie genauso verstehen wie Ihr 80-jähriger Opa. Wie genau ein Businessplan aufgebaut sein sollte, erfahren Sie im nächsten Absatz.

      Wie erstelle ich einen Businessplan?

      Wie schon beschrieben, gibt es für einen Businessplan keine Regeln oder Standards. Um eine Linie zu finden und den Leser sinnvoll durch die eigene Geschäftswelt zu führen (und ihn dafür zu begeistern), braucht es jedoch eine gewisse Struktur. Hier finden Sie einen von vielen möglichen Strukturvorschlägen:

       

      Teil 1: Einleitung

      Hier ist Platz für Ihre Vision! Beschreiben Sie knackig und auf den Punkt gebracht, mit welchem Produkt bzw. welcher Dienstleistung Sie welche Herausforderung lösen möchten. Hier ist auch (ein wenig!) Platz für etwas blumigere Sprache. Zeigen Sie ruhig, wofür Sie brennen und wem Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung nutzen soll.

       

      Teil 2: Wettbewerb und Markt

      Nun muss es theoretischer werden. Potenzielle Investoren und Geldgeber möchten natürlich möglichst zügig wissen, wie relevant Ihre Idee ist. Sprich: Gibt es überhaupt einen Markt dafür? Wie viele Wettbewerber tummeln sich schon darauf? Und ganz wichtig: Warum ist gerade Ihr Produkt besser als die anderen? In diesem Teil sollte sich also eine detaillierte Marktanalyse wiederfinden. So zeigen Sie, dass Sie sich eingehend mit den äußeren Umständen beschäftigt haben und Ihre Vision mit der Realität Schritt halten kann.

       

      Teil 3: Strategie und Marketing

      Wie soll das neue Produkt/die Dienstleistung in den Markt kommen? Wie lassen sich Kunden dafür begeistern? Und wie sorgen Sie für Wachstum? Antworten darauf gehören in diesen Abschnitt. Zeigen Sie Ihrem Leser, dass sie auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind und einen genauen Plan davon haben, wie sie Ihr Erzeugnis an den Mann bringen.

       

      Teil 4: Rechtsform und Firmierung

      GmbH, AG oder UG? In diesem Kapitel erklären Sie, welche Rechtsform Sie für Ihr Unternehmen wählen und warum Sie dies tun. Schreiben Sie ausführlich auf, welche Genehmigungen Sie dafür benötigen und wie Ihr Unternehmen heißen soll.

       

      Teil 5: Finanzen und Kalkulation

      Dieser Abschnitt darf nicht unterschätzt werden. Immerhin brauchen die meisten Unternehmer einen Businessplan, um Fremdkapital akquirieren zu können. Und Geldgeber möchten ganz genau wissen, welche finanzielle Situation vorliegt und mit welcher Sicherheit zu rechnen ist. Also erklären Sie konkret, wie viel Eigenkapital Sie besitzen, wie viel Geld Sie benötigen, woher die Einnahmen stammen werden und wann der Break-Even-Point zu erwarten ist.

      Gut zu wissen: Was ist der Break-Even-Point?

       

      Der Break-Even-Point ist der Zeitpunkt, an dem der Umsatz eines Unternehmens genau den Kosten entspricht. Deshalb spricht man beim Break-Even-Point auch von der Gewinnschwelle, denn ab diesem Zeitpunkt erwirtschaftet das Unternehmen durch seine Einnahmen einen Überschuss. Der Break-Even-Point lässt sich nicht nur für das gesamte Unternehmen, sondern auch für einzelne Produkte oder Dienstleistungen berechnen.

      Teil 6: Ihre Kompetenzen

      Warum kann man Ihnen zutrauen, ein Unternehmen zu gründen und zu führen? Welche Qualifikation bringen Sie mit? Welche Erfahrungen? Dieser Teil ähnelt am meisten einem Bewerbungsschreiben, also betonen Sie Ihre Vorzüge und Kompetenzen. Tipp: Bitte nicht schummeln. Es fällt Ihnen definitiv auf die Füße, wenn Sie sich mit Lorbeeren schmücken, die Sie sich nicht wirklich verdient haben.

       

      Teil 7: Zusammenfassung (Executive Summary)

      Machen Sie es Ihrem Leser leicht: Eine prägnante Zusammenfassung am Anfang Ihres Businessplans hilft, ein Thema schnell zu begreifen (vor allem gilt das für faule Leser, die sich nicht durch den gesamten Businessplan kämpfen – und davon gibt es etliche). Wichtig: Auch wenn die Zusammenfassung am Anfang steht, sollten Sie sie erst ganz am Ende schreiben. Erst dann haben Sie selbst komplette Klarheit und einen Gesamtüberblick über alle wichtigen Aspekte.

      Kleines FAQ zum Businessplan

      • Welche Länge sollte der Businessplan haben?

      Eine festgelegte Länge gibt es nicht. Sie sollten Ihre Leser jedoch nicht mit Bleiwüsten überfordern. Einige wenige magere Blättchen sind allerdings genauso kontraproduktiv. Orientieren Sie sich am besten an einem Umfang von 20 bis 30 Seiten. Generell gilt: Ist Ihre Branche sehr komplex, dürfen Sie natürlich auch mehr schreiben.

       

      • Wie beschreibt man das eigene Unternehmen?

      Empfehlenswert ist es, auf das „Ich“ im Businessplan zu verzichten. Ihr Text könnte sonst schnell wie ein Schulaufsatz wirken und Sie wollen ja genau das Gegenteil: einen professionellen Eindruck machen. Schreiben Sie also lieber in der dritten Person, zum Beispiel so: Der Gründer, Markus Müller, der Jungunternehmer o. ä.

       

      • Was gehört aufs Deckblatt?

      Der erste Eindruck zählt: Das Deckblatt sollte seriös gestaltet sein und die wichtigsten Informationen auf einen Blick erfassbar machen. Diese sind:

      • Name Ihres Unternehmens
      • Branche
      • Adressat des Businessplans
      • Ziel des Businessplans
      • Kontaktdaten
      • Datum der Erstellung und der voraussichtlichen Unternehmensgründung
      • Wenn Sie Hilfe von Gründungscoaches oder einem Steuerberater hatten, gerne auch erwähnen – dadurch verstärkt sich der professionelle Eindruck

       

      • Businessplan per Post verschicken oder per Mail senden?

      Viele Jungunternehmer versenden Ihren Businessplan per Mail. Allerdings gibt es immer noch genügend Investoren und Banken, die auf Papierform bestehen. Dafür wählen Sie idealerweise eine normale – also keine extravagante – Bindung und übergeben Ihren Plan möglichst persönlich im Rahmen eines Termins.

       

      • Soll ich den Businessplan überhaupt selbst schreiben oder jemanden beauftragen?

      Beides ist möglich und liegt letztlich in Ihren Händen. Wenn Sie keine Scheu davor haben, gut mit Sprache umgehen und sicher in Rechtschreibung und Grammatik sind, können Sie loslegen! Das hat den Vorteil, dass Sie sich durch das Schreiben noch einmal ganz genau mit Ihrem Geschäftskonzept auseinandersetzen und so auch möglichen Schwächen auf den Grund gehen können. Wer sich unwohl fühlt und glaubt, selbst kein ausreichend professionelles Dokument erstellen zu können, kann sich natürlich Hilfe holen – Angebote finden sich zahlreich im Internet. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Suchen Sie sich unbedingt einen seriösen Dienstleister und vergleichen Sie die Angebote. Die Kosten können mehrere tausend Euro umfassen.